Endlich bin ich wieder da. Ich ahne, wie sehr euch meine Schreibpause bewegt hat. Der eine war vielleicht ungeduldig, ein anderer neugierig, ein dritter machte sich Sorgen.
Danke für eure Geduld. Ich brauchte diese Pause, um mich und meine morschen Glieder etwas zur Ruhe kommen zu lassen.
Jetzt bin ich wieder da und berichte euch meine Erlebnisse.
19. Oktober 2024
Mark hatte mich am gestrigen Abend noch mit allen Informationen versorgt, die ich für meine Fahrradtour heute brauche. Es gab mehrere Vorschläge, von denen ich mir die leichteste Strecke ausgesucht habe.
Das schöne an dieser Strecke ist, dass sie mich zu 90 % über Radwege aus dem urbanen Ballungszentrum führt und nur moderate Steigungen aufweist. Erst kurz vor Pacifica muss ich die Mountain Range überwinden.
Nach dem kräftigenden Frühstück folgt ein herzlicher Abschied von Mark und Vikki. Noch ein letztes Foto von uns. Dann bin ich auch schon wieder auf der Straße.
Auf den ausgewiesenen Fahrradwegen komme ich einigermaßen gut voran. Lediglich die vielen Ampeln und Stoppschilder zwingen mich immer wieder zum anhalten. Und wenn ich dann wieder losfahre, meldet sich stöhnend und ächzend mein Rücken.
Das ist auch der Grund, warum ich heute nicht fotografieren mag. Meine ganze Aufmerksamkeit gilt heute der Straße und dem starken Autoverkehr. Und wäre da nicht das gut ausgebaute Radwegenetz, hätte ich wohl einige Stunden mehr gebraucht, mein heutiges Ziel zu erreichen. Nur selten halte ich an, um ein Foto aufzunehmen.
Nach vielen Stunden, fast hätte ich es nicht bemerkt, verlasse ich den Ballungsraum. Langsam und stetig geht es am Ende der Tagesetappe noch einmal bergauf. Ich schalte runter in den ersten Gang.
Nach einer halben Stunde habe ich die Passhöhe erreicht. Gleich hinter dem Pass halte ich an einem Aussichtspunkt an, um zu verschnaufen und die schöne Aussicht zu genießen. Vor mir im Talkessel liegt Pacifica. Dahinter Im gleißenden Sonnenlicht der Pazifik.
Ich bin überwältigt. Tränen rinnen über meine Wangen. Wie sehr habe ich mich auf diesen Augenblick gefreut. Auf den silbrig glänzenden Pazifik. Und sofort werden Erinnerungen an 1983 wach.
Seinerzeit, etwa um dieselbe Jahreszeit, bin ich die Pazifikküste von Lincoln City bis nach San Diego hinuntergeradelt. Und da war das gleiche Licht. Dieselbe Helligkeit. Der glitzernde Pacifik.
Der salzige Duft des Meeres. Das ferne, donnernde Rollen und Grollen des Ozeans. Das Klatschen der Meereswellen auf dem schmalen Sandstrand. Ich verbinde diese herrliche Aussicht mit einer kleinen Rast.
Dann steige ich für heute ein letztes Mal aufs Fahrrad und fahre hinunter ins Tal. Dort, in einem kleinen, hübschen Haus, leben meine heutigen Gastgeber Laura und Greg, die mich bereits erwarten.
Sie haben im Garten ein kleines Chalet nebst einer Outdoor-Dusche für vorbeiziehende Gäste errichtet. Und dieses kleine Paradies darf ich heute und morgen für mich nutzen. Auf circa 15 m² ist alles untergebracht, was ich brauche: Eine kleine Kochnische, eine Sitzgelegenheit, die gleichzeitig zu einem Bett erweitert werden kann.
All das beeindruckt mich einmal mehr. Nachdem ich mein Fahrrad entladen und alle Sachen im Chalet verstaut habe, nehme ich ein Duschbad. Dann gehe ich hinüber ins Haus meiner Gastgeber und folge ihrer Einladung zu einem reichhaltigen Dinner.
Während des Essens unterhalten wir uns angenehm über die uns beschäftigenden Tagesthemen, insbesondere über meine Reise. Und um 21.00 Uhr ziehe ich mich in mein kleines Paradies zurück.
Erschöpft und wohlgenährt gehe ich zu Bett. Froh darüber, dass ich heute Nacht nicht auf einer selbstaufblasenden Isoliermatte schlafen muss. Mein Rücken wird es danken.
Ich weiß, dass ihr euch Gedanken macht, wenn ihr nichts von mir hört. Und mein Wunsch ist groß, euch wieder teilnehmen zu lassen. Allein die Umstände haben es erschwert.
Rückenschmerzen und deren Folgen … eine Powerbank, die ihren Geist aufgegeben hat … und das Leben … sind mir dazwischen gekommen.
So schnell wie möglich hole ich das auf. Habt noch ein wenig Geduld mit mir … Oder wie die Amerikaner sagen: Hang in there, Buddy!
Danke, dass ihr auch in dieser Zeit nach mir fragt, mich unterstützt mit euren Kommentaren und den so geschätzten Kaffees. Ich bin immer wieder ganz baff … Danke!
Mein erster Blick auf den Pazifik – mit Tränen in den Augen …
17. + 18. Oktober 2024
Ich habe schlecht geschlafen. Das Bett was super angenehm. Es war ruhig und angenehm kühl im Haus. Aber der Rücken läßt mich nicht ruhen.
So entscheide ich mich, eine Pause einzulegen und mit Bus und Bahn nach San José, kurz vor San Francisco, zu fahren. Es geht also nach Norden, denn ich möchte noch einmal über die Golden Gate Bridge, bevor ich direkt am Pazifik entlang wieder in den Süden nach Mexiko fahre für meinen Visa Run.
Nach einem leckeren, kräftigenden Frühstück bedanke ich mich nochmals bei Abel und Kim für die Gastfreundschaft, Unterstützung und Rücksichtnahme auf meine Gesundheit. Dann fährt mich Abel hinunter nach Tehachapi zur Bushaltestelle.
Da ich das erste Mal den Bus nutze, zeigt mir der Busfahrer wohlwollend, wie ich das Fahrrad in den Fahrradträger, der vorne angebracht ist, einstelle und sichere. Das Gepäck ist schnell im Fahrgastraum auf einer speziellen Fläche verstaut.
Ich sitze im klimatisierten Bus. Draußen brennt die Sonne und vertreibt schnell die morgendliche Kühle. Zum ersten Mal zieht die Landschaft an mir vorüber wie in einem Film. Als ich in Bakersfield aussteige, ist die Außentemperatur schon wieder etliche Grade emporgeklettert.
Die Fahrt hatte 2 Dollar gekostet für 35 Meilen. Es fällt mir schwer, das Fahrrad aus dem Fahrradträger am Bus herauszuheben. Dann verzurre ich mein Gepäck und schiebe das Rad zum Amtrak-Bahnhof. Das Ticket bis San José kostet 42 Dollar inklusive Rad.
Nach 2 Stunden Wartezeit fährt der Zug ein. Mein Fahrrad wird samt Gepäck in den Gepäckwagen geschoben und ich nehme nur das Notwendigste und Wichtigste an mich. Von der Last befreit, begebe ich mich auf den Sitzplatz.
Der Zug ist nur mäßig gefüllt. Und die nächsten Stunden döse ich vor mich hin, immer wieder bemüht, eine Körperhaltung zu finden, die den Schmerz im Rücken lindert.
Um 16.45 Uhr erreiche ich Stockton, California. Dort steige ich in einen Bus um und erreiche um 18.50 Uhr San José.
Es ist bereits dunkel und ich habe noch kein Quartier. So fahre ich in dieser Stadt in die Nacht hinein. San José hat gut 1 Millionen Einwohner. Alle Versuche, vorab eine Unterkunft zu finden, waren fehlgeschlagen und ich überlege, die Nacht vielleicht bei McDonald’s zu verbringen. Die haben bis 2.00 Uhr geöffnet und schließen, um morgens um 4.15 Uhr wieder zu öffnen.
Als ich dort eintreffe, steht ein Sicherheitsbeamter im Eingang, den ich anspreche. Er bedeutet mir, dass ich mich lediglich dreißig Minuten zum Einnehmen meiner Mahlzeit im Restaurant aufhalten darf. Also wird das nichts.
Während meines Aufenthalts bei McDonald’s flattert plötzlich über die Warmshowers App eine Nachricht von Vikki und Mark herein: „If you still need somewhere to go, you are welcome here.“ Erleichtert atme ich auf.
Zwar muss ich noch 7 Meilen durch diese große Stadt fahren. Aber gegen 21.15 Uhr erreiche ich das angegebene Ziel. Vikki und Mark erwarten mich bereits.
Es fällt mir schwer, vom Fahrrad zu steigen und die wenigen Meter ins Haus zu laufen. Und Vikki erkennt sofort, dass es mir nicht gut geht. Sie arbeitet im Pflegedienst in der Stanford-Klinik. Und so bieten mir Beide die Möglichkeit, den folgenden Tag bei ihnen im Haus zu verbringen und mich zu erholen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie viel Erleichterung das in mir auslöst.
Nach einem Duschbad und einem gemeinsamen Abendessen, kann ich mich zurückziehen. Ich nehme noch ein paar Schmerztabletten. Dann ist der Tag für mich zu Ende. Da ich die vergangenen Nächte wenig geschlafen habe, hat sich bei mir ein ordentliches Schlafdefizit angesammelt. Und zum ersten Mal seit Tagen kann ich ein- und durchschlafen, ohne bei jeder Drehung wach zu werden.
Den folgenden Tag verbringe ich in San José. Ich verlasse das Haus tagsüber nicht, sondern ruhe immer wieder und mobilisiere mich zwischendurch vorsichtig. Im Laufe des Tages verbessert sich meine Situation deutlich. Und am Abend laden mich Vikki und Mark zum Bummel und Dinner auf einem Flohmarkt ein.
Meine Körperhaltung ist nicht mehr so schief und langsam entspannt sich die Muskulatur im Rücken. Auch das Gehen fällt mir jetzt wieder leichter. Ich werde schauen, wie es sich morgen früh anfühlt.
Wie immer, so sind auch heute die Gespräche miteinander das Salz in der Suppe. Es macht mir immer wieder Spaß, mich an den Konversationen zu beteiligen. Und jedes Mal wird auch ein wenig über die lokale Politik gesprochen. Dabei steht die bevorstehende Wahl am 5. November im Vordergrund.
Und auch hier stelle ich fest, dass ich in einem sehr liberalen Haus untergekommen bin. Wir teilen die Hoffnung, das Kamala Harris ins Weiße Haus einziehen wird.
Es ist immer wieder interessant festzustellen, dass es im Grunde keinen Unterschied macht, wer mich einlädt. Die Gastfreundschaft ist in allen Fällen stark. Lediglich die politischen Ansichten differieren. Und das sagt mir, dass die Menschen grundsätzlich gute Absichten hegen, wenn es um das direkte, familiäre Miteinander geht.
Mir ist es bis heute nie passiert, dass mich jemand wegen meiner politischen Haltung kritisiert oder gar des Hauses verwiesen hat. Die Gespräche waren immer von gegenseitigem Zuhören und Respekt geprägt.
Vielleicht hat das damit zu tun, dass ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und zumindest in der Warmshowers App, die ja eine große Radfahrergemeinde repräsentiert, überwiegend liberal denkende Menschen antreffe.
Vielleicht liegt es auch an mir selbst und der Art und Weise, wie ich all den Menschen hier begegne. Auf alle Fälle komme ich sehr gut durch dieses großartige Land mit seiner bunten Vielfalt an Nationalitäten …
Ich weiß, dass ihr mich begleitet. Ihr freut euch mit mir und leidet mit mir. Bis vor 5 Monaten habe ich Freude und Leid im Stillen erlebt. Es jetzt öffentlich zu tun, ist eine Herausforderung und gelingt mir nur im Vertrauen. Eure liebevolle Begleitung bedeutet mir viel.
Eine mir sehr nahestehende Person hat gesagt:
Zeit wird vergehen und Du nimmst alles mit: die Ups und die Downs. Und all das formt am Ende Deine Geschichte.
Um 6.15 Uhr wache ich auf. Mein Rücken quält mich. Es fällt mir schwer, mich zu bewegen. Trotzdem fange ich an, zu packen.
Die Sonne steht noch hinter dem Horizont und es ist empfindlich kühl. Ich schätze die Temperaturen heute Morgen auf 10°C und schütze meinen schmerzenden Rücken gegen die Kälte mit einer Fleecejacke.
Einzeln schleppe ich die Packtaschen, die Lenkertasche, das Rackpack und die Taschen mit den Lebensmitteln zurückt auf die asphaltierte Straße, auf der ich gestern Abend westwärts ins Nirgendwo geradelt und am abgesperrten Minengelände der Rio Tinto Minerals gelandet war.
Zuletzt trage ich das Fahrrad zurück auf die Fahrbahn. Es ist schon komisch, das Fahrrad durch die Wüste zu tragen. Doch aus Angst vor den Dornen, die hier massenhaft gedeihen, ist es sinnvoll. Mit der Geißel im Rücken dauert es eine Weile, bis ich alle Gepäckstücke auf dem Fahrrad verzurrt habe.
Ohne zu wissen, wie ich hier rauskommen soll fahre ich los. Nach einigen 100 Metern mündet die stillgelegte Asphaltstraße in eine befahrene Straße. Und nach weiteren 200 Metern zweigt ein Zubringer zum Highway ab, auf dem das Fahrradfahren verboten ist.
Direkt an der Abzweigung zur Auffahrt steht ein Verkehrsschild mit der Aufschrift: „Pedestrians, Bicyclists and motor’driven Bicycles are prohibited!“ Ich habe dieses Schild so verinnerlicht, das mir im ersten Moment der kleine Unterschied nicht auffällt. Erst beim zweiten Hinschauen erkenne ich, dass das Wort bicycles unkenntlich gemacht wurde.
Es interessiert mich nicht, wer das gemacht hat. Ich bin einfach nur froh, dass sich mir so schnell eine Lösung bietet. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Und ich danke demjenigen, der das Wort bicycle durchgestrichen hat, für seine Weitsicht.
Zwar fluche ich über die Navisysteme, die ich verwende. Aber dann gestehe ich mir ein, dass das Navi überhaupt keine Schuld hat. Es hatte den Weg richtig angezeigt. Die Minengesellschaft Rio Tinto sollte überlegen, in solchen Fällen eine Beschilderung anzubringen, die die Wegführung um das Minengelände erleichtert.
Ich habe mir bei der Hundeattacke einen ordentlichen Hexenschuss zugezogen, der mich in meiner Bewegungsfreiheit erheblich einschränkt. So erreiche ich erst gegen 10.00 Uhr Mojave.
Da ich bei McDonalds keine Möglichkeit habe, mein Smartphone aufzuladen, ziehe ich weiter zu Starbucks. Hier erhalte ich die Möglichkeit. Um die Zeit zu überbrücken und wenigstens etwas zu Verzehren, bestelle ich einen Energydrink. Geschmacklich das Scheußlichste, was ich bisher in den USA zu Trinken bekommen habe.
Die Geschmacksnote ist für mich nicht definierbar. Aber wenigstens steht etwas auf dem Tisch, solange ich warte. Während dieser Zeit nutze ich die Gelegenheit, in Tehachapi einen Gastgeber zu suchen und habe Riesenglück. Bereits wenige Minuten, nachdem ich meine Nachricht rausgeschickt habe, erhalte ich Antwort. Abel meldet sich und bietet mir ein Quartier. Ich bin so glücklich über seine Nachricht.
Wegen meiner Rückenschmerzen frage ich in Mojave nach einer Möglichkeit, den öffentlichen Nahverkehr nutzen zu können. Und tatsächlich scheint das zu funktionieren. Also fahre ich zur Bushaltestelle. Dort komme ich mit einem wartenden Fahrgast ins Gespräch und erfahre, dass ich nur mit Bargeld bezahlen kann. Da ich kein Bargeld bei mir führe, fällt die Option Bus aus. Und so mache ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Tehachapi.
Dann überquere ich die Bahnlinie und biege auf die Oak Creek Road ab. Sie führt mich durch einen der größten Windparks weltweit.
Annähernd 4.000 Windräder sind hier versammelt und erzeugen den Strom für Los Angeles. Während ich bergauf fahre, nimmt der Wind immer mehr zu. Und nachdem ich den Pass überschritten habe, weht er so stark, dass ich während der Bergabfahrt zeitweise in die Pedalen treten muss.
Ich bin beeindruckt von der gleichmäßigen Kraft des Windes, der hier über die Bergkuppe strömt.
Schließlich erreiche ich Tehachapi, wo mich mein Gastgeber Abel mit dem Auto abholt. Ich bin so froh und dankbar über diese gute Tat. Abel wohnt ca. 6 Kilometer den Berg hinauf. Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt noch geschafft hätte.
Am Haus in den Bergen erwarten mich bereits seine Frau Kim und der Doberman Peso. Trotz der Hundeattacke gelingt es mir, bei ihm meine Ängste abzubauen.
Während meines Aufenthaltes kann ich erleben, wie gut Abel und seine Frau Kim mit dem Dobermann umgehen. Er ist ein ganz liebenswerter Kerl und hört aufs Wort.
Ich bin ausgelaugt, müde, matt und habe starke Rückenschmerzen. Und so ziehe ich mich schon bald ins Gästezimmer zurück und lege mich zu Bett. Dankbar für die mir entgegengebrachte Freundlichkeit, Herzlichkeit und Hilfe. Jetzt brauche ich nur noch Ruhe.
Ich habe auf dem Gelände des Airports Barstow-Dagget übernachtet. Gleich hinter dem kleinen Gebäude, das als „Pilot Briefing Room“ verwendet wird, habe ich eine freie, brauchbare Fläche gefunden.
Um 6.30 bin ich wach. Und während ich mein Zelt abbaue, kommt ein Sicherheitsbeamter mit dem Fahrzeug vorbei und fragt: „What’s up?“ Ich erkläre, dass ich die an dem Office angegebene Telefonnummer angerufen und von dort die Freigabe habe, außerhalb des umzäunten Geländes mein Zelt aufzuschlagen.
Außerdem habe mir der Mann den Sicherheitscode zu dem Briefing Room gegeben, damit ich den Restroom benutzen kann. „OK! Wenn der Mann das gesagt hat, dann ist das okay.“
Ich will gerade mein Zelt zusammenpacken, da kommt erneut ein Sicherheitsbeamter im Pickup vorbei, parkt neben mir und steigt aus. Er spricht mich an. Ich erkläre ihm, dass ich mir die Erlaubnis geholt habe, mein Zelt aufzuschlagen. Das interessiert ihn alles nicht. Ich habe hier nicht zu campen. Das sei alles staatliches Eigentum und ich habe sofort zu gehen.
Ich wiederhole, dass ich die Telefonnummer am Büro angerufen und eine Freigabe habe, außerhalb des umzäunten Geländes mein Zelt aufzuschlagen. Der Mann hört mir nicht zu und wiederholt, dass ich auf staatlichem Gelände nicht campen darf.
Diesen Satz wiederholt er wohl 8 oder 9 Mal. All meine Bemühung ihm zu erklären, wie es dazu gekommen ist, dass ich hier jetzt campe, schlagen fehl. Der Mann wiederholt immer nur den einen Satz, dass ich hier nicht campen darf.
Schließlich bitte ich ihn, mir zehn Minuten zu geben, dann sei ich verschwunden. Er sagt okay und wiederholt sein Verbot ein 10. Mal. Dann steigt er in sein Auto und fährt davon. Zehn Minuten später bin auch ich auf dem Fahrrad unterwegs.
Da ich Zugang zu dem Restroom hatte, konnte ich mich frisch machen und außerdem mein Handy laden. Während ich mein Handy im Briefing Room vom Netz nehme, sind schon einige Mitarbeiter da. Freundlich bedanke ich mich für die Möglichkeit, das Gebäude nutzen zu dürfen und erhalte eine freundliche Erwiederung. Dann bin ich auch schon weg.
Letzter Hinweis für das Flugpersonal. Dann bin ich wieder auf einer öffentlichen Straße.
Zurück auf der Straße muss ich mich erst ein wenig orientieren. Nach kaum 6 Meilen endet die Route 66 an einem militärischen Kontrollpunkt. Dieser Streckenabschnitt führt direkt durch ein militärisches Logistik Zentrum. Aber man erklärt mir sofort, dass ich auf dieser Strecke die Interstate 40 bis zur nächsten Ausfahrt benutzen darf.
Um 9.30 Uhr erreiche ich schließlich Barstow, wo ich erst einmal einen Kaffee, bei McDonalds trinke und Frühstücke. Irgendwie ist heute alles anders. Das Frühstück ist extrem teuer und beinhaltet überhaupt keinen Kaffee. So wende ich mich ans Personal und weise darauf hin … und habe Glück.
Wenigstens ist der Kaffee ist kostenlos. Von hier aus gehts zu Wallmart, um meine Lebensmittelreserven, die mittlerweile komplett aufgebraucht sind und auch neues Wasser einzukaufen.
Ja, das Thema Wasser ist tatsächlich ein Problem. Hatte ich in der Vergangenheit oftmals mein Trinkwasser am Wasserhahn aufgefüllt, unterlasse ich das seit Tagen, weil ich an jedem zweiten Wasserhahn das Schild „Non potable“ entdecke. So beiße ich im Augenblick auch in diesen sauren, teuren Apfel.
Heute war kein guter Tag. In Barstow mache ich erst einmal Halt, frühstücke und kaufe Lebensmittel bei Walmart ein. Dann verlasse ich die Stadt auf der empfohlenen Fahrradroute.
Ich bin noch nicht ganz raus aus der Stadt, da ertönt lautes Hundegebell. Erst Einer, dann ein Zweiter und gleich darauf ein Dritter. Jetzt beginnt die Hatz. Ich trete mit aller Kraft in die Pedalen. Die Hunde kommen näher.
Zwei der Hunde erinnern stark an das, was wir als Kampfhunde bezeichnen. Ihr Körpergewicht schätze ich auf 30 Kilogramm. Während sich einer der beiden in meine Fahrradtasche verbeißt, versucht der andere, mir auf der rechten Seite ins Bein zu beißen. Ich bin kein Hundekenner. Und ich zweifle keine Sekunde daran, dass das Tier mich beißen wird, ob ich in die Pedalen trete oder nicht.
In meiner Angst und Not schaffe ich es, diesem Hund einen kräftigen Tritt direkt auf die Schnauze zu verpassen. Ich muss wohl richtig zugetreten und getroffen haben, denn der Hund dreht ab und entfernt sich seitlich ein paar Meter von mir.
Einen kurzen Augenblick später lässt auch der zweite Hund meine Packtasche los. Er versucht zwar, mir ins Bein zu beißen. Aber entweder ist meine Geschwindigkeit schon zu hoch oder die Kondition der Hunde zu schwach. Und so lassen beide schließlich von mir ab.
Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich habe fast keine Puste mehr und es braucht wohl zehn Minuten, bis sich meine Atemfrequenz und mein Puls wieder normalisiert haben. Trotzdem trete ich weiter in die Pedalen. Und erst ca. 90 Minuten später halte ich an und ruhe mich ein wenig aus.
It’s Halloween-Time
Der kleine Ort Boron, in der Nähe einer Borax Mine gelegen.
Bevor diese gewaltigen LKW zum Einsatz kamen, übernahmen 20 Esel die Aufgabe, das boraxhaltige Gestein aus der Mine zu transportieren.
Frontage Road – noch ist sie eine Asphaltstraße …
… die schon bald in eine Schotterpiste übergeht.
In dieser Zeit führt mich mein Navi auf eine sogenannte Frontage Road, eine unbefestigte Schotterpiste durch die wüstenartige Landschaft. Zuerst 7 – 8 Meter breit und einigermaßen befahrbar wird die Straße zu einer einspurigen Piste durch die Wüste. Das verringert meine Geschwindigkeit erheblich. Und ich werde mein Ziel Mojabe heute wohl nicht mehr erreichen.
Vielleicht schaffe ich es noch bis zur Edwards Air Force Base, denke ich. Aber auch das will nicht mehr gelingen, denn plötzlich ist meine Piste zu Ende. Ohne jegliche Ankündigung versperrt ein verschlossenes Tor mir die Weiterfahrt. Mitten auf der Straße. Es gibt auch kein Hinweisschild, dass mir sagt wo ich lang soll.
Lediglich ein kleines Schild der Rio Tinto Minengesellschaft verweist darauf, dass das Gelände kameraüberwacht und das Betreten verboten ist. Ein aufwendiger Stacheldrahtzaun beidseitig des Tores verliert sich am Horizont.
Südlich in 2-3 Meilen Entfernung verläuft der Freeway, auf dem das Radfahren verboten ist. Nach Norden verliert sich die Sandpiste ebenfalls am Horizont. Ich entscheide mich zum Freeway zu fahren. Aber ein Fahren ist nicht möglich, da die Piste eher einer Sandkiste gleicht.
So schiebe ich keuchend das Fahrrad an dem Stacheldrahtzaun entlang, bis ich schließlich nach Sonnenuntergang ein kleines Stück Asphaltstraße erreiche, welches aber wiederum durch einen Stacheldrahtzaun vom Freeway getrennt ist.
Ich folge diesem Asphaltstück nach Westen, wo es gleichsam in eine Sandpiste übergeht, die ebenfalls nach einigen 100 Metern an einer Absperrung endet. Ich mache kehrt und fahre zurück zum Ausgangspunkt.
Sunset und noch immer kein Lagerplatz
Die Dunkelheit bricht herein. Nach vielleicht einer halben Meile finde ich einen kleine buschfreie Sandinsel, die sich augenscheinlich gut eignet, um mein Zelt aufzuschlagen. Der Weg zu dieser Sandinsel ist allerdings mit dornigem Gestrüpp übersäht. So lade ich mein Gepäck auf der Asphaltstraße ab und schleppe alles einzeln zur Sandinsel hinüber.
Die letzten Spuren des Tages versinken hinter dem Horizont. Trotzdem habe ich noch genügend Licht, denn schräg über mir steht ein silbrig leuchtender Mond am Himmel. Routiniert baue ich mein Zelt auf. Doch die Heringe fassen in diesem lockeren Boden nicht. So benutze ich meine Fahrradtaschen und mein Fahrrad, um meinem Zelt Form und Stabilität zu verleihen.
Es ist 18.45 Uhr als ich endlich in meinem Zelt auf meiner Matte liege. Ich bin müde und ausgelaugt. Der Schock der Hundeattacke steckt mir mächtig in den Knochen. Das Abendmahl nehme ich im Liegen ein. Und schon bald darauf versinke ich in einen tiefen Schlaf. Gegen Mitternacht werde ich einmal wach, nur um wenigen Minuten später wieder ein- und durchzuschlafen bis um 6.30 Uhr der nächste Tag beginnt.
Ich wache erst nach Sonnenaufgang auf. Die Nacht verlief sehr ruhig und ich konnte mich gut erholen. An der Tankstelle herrscht bereits reger Betrieb. Und so bin ich froh, als ich nach einer halben Stunde wieder auf meinem Rad sitze und in den Tag starte.
Bis Ludlow ändert sich das Antlitz der Mojave Wüste nicht. Niedriges, teils stacheliges, dorniges, staubgrünes Buschwerk auf trockenem, gelbfarbenem, steinigem Grund bestimmt das Landschaftsbild.
Am Horizont die Silhouette eines Bergzuges, der langsam an mir vorbeizieht. Kein Vogelgezwitscher mehr. Auch sonst kann ich keine Tiere entdecken. Diese Stille wird gelegentlich von dem Motorengeräusch vorbeifahrender Autos unterbrochen. Ansonsten dringt nur der Fahrtwind an mein Ohr.
Meine Haut ist trocken. Eigentlich müsste sie klatschnass sein. Aber der heiße Wüstenwind trägt meinen Schweiß sofort mit sich fort. Lediglich Salz lagert sich im Gewebe meiner Kleidung ab und bildet unansehnliche, weiße Ränder, die niemanden stören.
Was mir schwerfällt in dieser Landschaft, ist das Abschätzen der Entfernungen. Wiederholte Male habe ich mich ordentlich verschätzt. Glaubte ich in einem Fall, der anvisierte Punkt sei noch 2-3 Meilen entfernt, musste ich feststellen, dass er tatsächlich 15 Meilen entfernt war.
So nehme ich die Entfernungen wahr, ohne daraus für mich abzuleiten, wie lange es noch dauern mag, bis ich das anvisierte Ziel erreicht habe.
Gelegentlich zieht ein Güterzug scheinbar gemächlich an mir vorbei. Ich habe mir noch einmal die Mühe gemacht und durchgezählt, was da an mir vorbeizieht:
Vorne vorweg 6 Lokomotiven, die 163 Güterwagen hinter sich herziehen. Und am Ende verleihen zwei weitere riesige Lokomotiven genügend Schub, damit der ganze Stahlwurm auch über den Berg kommt.
Dabei fällt auf, dass bei Waggons, die Standard-Container transportieren können, zwei 40 Fuß-Container übereinander gestapelt werden. Güterverkehr auf Schienen hat in den USA offensichtlich eine große Bedeutung.
Am oberen Ende der Abfahrtsrampe zur Anschlussstelle 50 der Interstate 40 liegt das Ludlow Café, ein A-förmiges, modern anmutendes Gebäude mit einigen kleinen Loren vor der Tür, die früher in Minen eingesetzt wurden.
Hier scheint es gut zu florieren. Aber irgendwie ist mir dieser Ort zu übervölkert. Und so setze ich meinen Weg fort, ohne dort einen Kaffee getrunken oder einen kleinen Snack eingenommen zu haben.
Einige Zeit später erreiche ich das Bagdad Café an der Route 66. Hier wurde 1987 der Film Bagdad Café (Out of Rosenheim) gedreht.
Nach einer Filmbeschreibung war es 1987 ein heruntergekommenes Motel am National Trails Highway in Newberry Springs, in dem sich Jasmin Münchgstettner (gespielt von Marianne Sägebrecht) nach einem handfesten Streit mit ihrem Ehemann einquartiert …
In den letzten Jahrzehnten haben Besucher alles hinterlassen, was man sich vorstellen kann. Dollarnoten, Euros, Länderflaggen, Banner von Fußballmannschaften, Polizeiabzeichen usw.
All das und vieles mehr kann man bei einem Rundgang durch das Café bestaunen.
Ich hatte das Glück, Andrea Preutt anzutreffen, die dieses Café, das ursprünglich Sidewinder Café hieß, seit Jahrzehnten betreibt. Eine reizende, unglaublich freundliche und geduldige Dame, die jetzt anfängt, deutlich vergesslich zu werden.
An ihrer Seite ein Mann, dessen Outfit mehr an die Hippie Zeit erinnert und der sich liebevoll für die Fortführung des Bagdad Cafe’s einsetzt: Freundlich, aufmerksam und geschäftlich sehr bemüht.
Die große Zeit ist wohl vorüber. Und die Zahl der Gäste verringert sich seit Jahren. Trotzdem harren die beiden an diesem Ort aus und leben weiter ihren Traum …
Neben dem Bagdad Café auf der geschotterten Freifläche stehen zwei dekorierte Wohnwagen, die irgendwie an verloren gegangene Zeiten erinnern oder eine heile Welt vorgaukeln, die es hier nicht mehr gibt.
Goldfarben leuchtet das trockene Gras im Tal …
… und am Horizont verschwinden die Berge im Abenddunst. Es ist ein friedvoller Abend.
Das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist ein geeignetes Quartier. Auf der Suche gelange ich schließlich auf das Gelände des Barstow-Dagget Airports.
Ein großes, offenes Tor. Die durchführende Straße in einem ungepflegten Zustand. Linkerhand eine eingezäunte, dem Verfall überlassene Wohnanlage. Alles überragt von einem dahinvegetierenden Wasserturm.
Ein paar Kurven weiter ein langgezogenes Gebäude, dessen Funktion sich mir nicht erschließt. An der Südseite schließt sich ein kleines Bürogebäude an. Daneben ein Gebäude für das Piloten-Briefing.
An der Tür des Bürogebäudes ist eine Telefonnummer vermerkt, die ich nun anrufe. Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine männliche Stimme. Ich erkläre meine Situation und man gestattet mir, mein Zelt außerhalb des umzäunten Geländes aufbauen zu dürfen. Außerdem gibt man mir den Code mit dem ich Zugang zu dem Briefing Raum erhalte, um die dortige sanitäre Anlage nutzen zu können.
Schnell ist mein Zelt hinter dem Gebäude aufgebaut. Die Nutzung der sanitären Anlage stellt für mich eine enorme Erleichterung dar. Außerdem habe ich jetzt die Möglichkeit, meine Batterien im Smartphone, Wahoo-Navi und die Powerbank aufzuladen.
Nach dem Abendessen ziehe ich mich in mein Zelt zurück und lege mich zur Ruh. An einem sicheren und wohlbeschützten Ort.
Früh bin ich auf, habe meine Sachen gepackt und mich auf die Weiterreise begeben. Die Kühle am Morgen tut mir gut. Aber schon bald kommt die Hitze und verdrängt alles Angenehme.
Der Herbst ist da. Die Sonne brennt unaufhörlich. Und trotzdem zeigen sich auch hier in der Wüste die ersten Herbstboten. Immer wieder ziehen heute große Schwärme von Vögeln an mir vorbei.
Mitunter wird es recht laut im Buschwerk neben der Straße, wo die kleinen gefiederten Gäste eine Rast einlegen. Es wirkt, als könnten sie sich noch nicht von dieser Landschaft verabschieden. Immer wieder fliegen sie auf und lassen sich ein Stück weiter wieder in den Büschen nieder.
Irgendwann ist es ihnen zu bunt. Mit lautem Vogelgeschrei hebt sich der Schwarm in die Lüfte und eilt gen Süden davon. Nun bin ich ganz allein auf der Straße unterwegs.
Alle paar Kilometer erinnert mich eine Straßenmarkierung daran, dass ich immer noch auf der Route 66 unterwegs bin. So geht das stundenlang bis zum hereinbrechenden Abend weiter. Es ist eine Wüstenlandschaft. Karg, still und mit Buschwerk bestanden.
Und so bin ich froh, als ich am Ende dieses Tages eine Tankstelle erreiche, deren Picknickareal mir die kommende Nacht als Schlafplatz dienen wird.
Nach Rücksprache baue ich dort mein Zelt auf. Der Tankstellenbetrieb kommt in der Nacht zum Erliegen. Lediglich das Licht wird die ganze Nacht meinen Lagerplatz beleuchten. Ich bin viel zu müde, um darüber nachzudenken, ob mich das stört.
In der Tankstelle habe ich die Möglichkeit, meine elektronischen Geräte aufzuladen. Ich bin nicht alleine. 2 junge Motorradfahrer suchen ebenfalls nach einem Rastplatz für die Nacht und schlagen in der Nähe geichfalls ihr Zelt auf.
Leider kommt ein Gespräch nicht zustande. So ziehe ich mich schon bald in mein kleines Heim zurück. Dankbar auch für diesen Tag, schlafe ich bereits nach wenigen Minuten ein.
Ich habe wirklich außerordentlich liebenswerte Gastgeber. Kaum bin ich aufgestanden, bereitet mir Beth das Frühstück. Da Beth früher im medizinischen Bereich gearbeitet hat, weiß sie, was ich am meisten brauche. Und so gibt es eine große Portion Rührei, mit allem was dazugehört.
Dann weckt sie Dave, damit auch er sich von mir verabschieden kann. Bei Dave durfte ich noch einen letzten Blick in die kleine Marihuana-Zucht werfen. Hier wird für den Eigenbedarf produziert, was die Kosten deutlich senkt. Eine Kostprobe des „guten Stoffes“ habe ich jedoch abgelehnt.
Schon bald ist Kingman erreicht. Kingman feiert. Und so ist es nicht verwunderlich, dass das Festivalgelände direkt an der Route 66 aufgebaut ist. Hier mache ich erst einmal halt und schau mich um. Immer dazu gehören historische Autos.
Ich bin kein Autokenner. Muss aber zugeben, dass manch schönes Fahrzeug dabei ist.
Neben diesen historischen Fahrzeugen gibt es noch die vielbestaunten Dragster Cars. Ob diese hier allerdings tatsächlich an Rennen teilnehmen, vermag ich nicht zu beurteilen.
Auf kleinstem Raum sind Küche, Wohn- und Schlafbereich untergebracht. An Komfort mangelt es wirklich nicht …
… und bei einigen Wohnwagen denke ich: Da hat aber jemand eine Puppenstube in die heutige Zeit hinüber gerettet. Mit viel Liebe und auch Stolz werden diese Fahrzeuge gepflegt, gezeigt und auf Wunsch erklärt. Ich bin durchaus beeindruckt.
Wohnwagen, die raffiniert konstruiert sind, um seinem Besitzer die Vorzüge eines angenehmen Reiseerlebens zu ermöglichen.
Hinter den zur Schau gestellten Autos befinden sich auf dem Freigelände zahlreiche Buden und Verkaufsstände. Und mein Rundgang wird reichlich belohnt.
Ich treffe Martha, ein Mitglied der Bentenya-Gruppe. Das sind eine Art aufwendig kostümierter Straßenmusiker.
In Japan machen diese Musikanten auch heute noch Werbung für die Eröffnung neuer Geschäfte, anderer Veranstaltungsorte oder für besondere Ereignisse. Sie sind hier nach dem Motto: Bentenya meets Route 66.
Martha ist nicht allein. Susi (pink hair, Leader) Komako (blue hair) und Kimino (orange hair, nicht im Bild) begleiten sie.
Im Rahmen einer Route 66-Jahrfeier 2026 wollen sie hier ihre japanische Kultur vorstellen und sowohl japanische als auch amerikanische Musik als eine neue Art der Pflege von 150 Jahren Chindon-Kultur aufführen. Eine tolle Idee, die von einem Filmteam begleitet wird.
Die Fröhlichkeit der Frauen steckt auch mich an.
An anderer Stelle stehen phantasievolle Fahrzeuge. Mit viel Spaß und Liebe zum Detail wurden diese Fahrzeuge gestaltet und rollen über die Straßen Amerikas.
Es sind Projekte, an denen ständig gearbeitet und gebastelt wird. Projekte, die nie fertig werden.
Dabei kennt die Phantasie keine Grenzen. Und jeder findet, was er sucht …
… und auch diese Damen fühlen sich in der Garderobe vergangener Zeiten sichtlich wohl.
Der starke spanische Einfluss ist nicht zu überhören und zu übersehen.
Popcorn für den kleinen Snack. Ein Stück amerikanischer Esskultur ist selbstverständlich auch vertreten.
Weiter geht die Reise. Vorbei an unzähligen Objekten, die für den Ruhm der Route 66 herhalten müssen.
Überall prangt Route 66 von den Wänden …
… und auch die Eisenbahn wird nicht verschont und dient heute als interessantes Werbeobjekt der Stadt Kingman.
Mittlerweile ist es spät geworden. Ich muss mich sputen, um mein Etappenziel heute noch zu erreichen.
Die Berghänge zu beiden Seiten der Straße sind übersät mit Kakteen. Ich bin sehr darauf gedacht nicht von der Straße abzukommen.
Hinter einer Kurve entdecke ich einen kleinen Laubwald, der grellgrün in der braunen Landschaft leuchtet.
Es geht durch die Berge, 1.000 Meter hinauf zum Sitgreaves Pass und 800 wieder hinunter nach Oatman – über 8 Meilen und durch 191 Kurven!
Für mich ist dieser Abschnitt der schönste auf dem Teil der Route 66, den ich gefahren bin.
Es ist schon sehr spät, als sich Mohave Valley erreiche. Ich habe nicht mehr viel Zeit für die Suche nach einem geigneten Lagerplatz.
Und so nutze ich die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet. Eine Lücke in einem Zaun öffnet mir den Zugang zu einem Golfplatz. Ein paar Bäume und Sträucher säumen eine kleine Mulde.
Hier an diesem Ort baue ich mein Zelt auf. Hier werde ich die Nacht verbringen. Vor unliebsamen Blicken geschützt fühle ich mich geborgen. Ein Picknick Table steigert noch den Komfort an diesem Ort. Und der letzte Blick auf die Landschaft, die mich umgibt ist auch nicht zu verachten.
Wie schön, dass ich diese schillernden Eindrücke mit euch teilen kann. Danke für eure Begleitung. Danke auch für eure Kommentare und eure Kaffees, damit gebt ihr mir viel zurück!
Ich habe schlecht geschlafen. Die Ursache dafür liegt an der schlechten Wahl meines Schlafplatzes. Ich war erst nach Einbruch der Dunkelheit an dem gewählten Platz angekommen.
Schnell hatte ich mein Zelt aufgebaut und alle meine Sachen darin verstaut. Dann streckte ich mich auf meiner Matte aus und wollte nur noch schlafen. Bereits wenige Minuten später weckte mich dröhnender Lärm. Und sofort war mir klar, woher dieser Lärm kam.
Um dem Straßenlärm zu entgehen, hatte ich mein Zelt weit entfernt von der Straße aufgeschlagen. Und dabei nicht an die parallel verlaufenden Bahngleise gedacht. Und so wurde ich jede Stunde zwei bis drei Mal von einem vorbeifahrenden Güterzug geweckt. Vorne vorweg 4 gewaltige Lokomotiven, die über 100 Waggons vorbeischleppten – gefühlt mitten durch mein Zelt.
Und am Ende wurde es erneut laut, weil ein bis zwei Lokomotiven an das Zugende angehängt worden sind, die besonders am Berg aber auch in den Kurven zusätzliche Schubkraft verleihen sollen.
Die Lokomotiven sind nicht nur laut, ihr Dröhnen und Vibrieren überträgt sich auch auf meinen Körper. Da ich in diesem dornigen Gelände überhaupt froh bin, einen sauberen Platz gefunden zu haben, entscheide ich mich gegen einen Umzug. Leider zu einem extrem hohen Preis. Und so bin ich heute morgen nicht der Fitteste.
Trotzdem freue ich mich auf den heutigen Tag, der mich mit blauem Himmel begrüßt. Ich bin weiterhin auf der historischen Route 66 unterwegs und bin gespannt, was mich heute erwartet und wer mir begegnet.
Zu allererst fallen mir die Burma Shave Werbesschilder entlang der Route 66 auf, die in unregelmäßigen Abständen auftauchen und witzige Werbespots vermitteln.
Wer will, kann darüber einiges im World Wide Web finden. Ein Dutzend dieser Werbespots sind mir entlang meiner Route aufgefallen. In der Regel sind es jedesmal 5 Werbeschilder, die im Abstand von jeweils ca. 100 Metern entlang der Fahrbahn aufgestellt sind, die gemeinsam eine Werbebotschaft vermitteln.
Die Abstände der Schilder sind so gewählt, dass ein Autofahrer bei einer Geschwindigkeit von 35 Meilen/h dieser Satzbausteine noch erfassen und verarbeiten kann. Nachfolgend nur ein Beispiel (das obere Bild zeigt das 1. Schild):
Als 5. Schild ist immer das Burma Shave Logo aufgeführt. Durch die einheitliche Farbgestaltung und stets gleiche Typo wird die Wirkung noch gesteigert.
Als Fernsehwerbung populär wurde, verblasste der Glanz dieser Werbeidee. Hier an der Route 66 hat sie sich als historischer Bestandteil erhalten und schmückt auf dem längsten, durchgängigen Teilstück der noch heute vorhandenen Streckenabschnitte den Straßenrand.
Die Schilder fallen auch deshalb auf, weil die Landschaft so gleichmäßig ist und dem Betrachter scheinbar leer vorkommt.
Ein weiteres Highlight befindet sich zwischen Seligman im Osten und Kingman im Westen, in Peach Spring: Das Cavern Inn sowie die Grand Canyon Trockenhöhlen. Einen Besuch hatte ich eingeplant. Leider war der Besuch der Höhle nicht möglich. Lediglich den Geschenkeladen …
… sowie der Aufenthalt im historisch gehaltenen Café waren mir möglich.
Vor dem Cavern Inn grüßt ein großer Brontosaurus die vorbeifahrenden Gäste. Auch er ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Der Lack ist ab.
Betty Boop ist eine Comic-Figur der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts, die noch heute entlang der Route 66 zu finden ist. Vielleicht hat sich diese Comic-Figur bis in die heutige Zeit erhalten, weil sie schon früh mit einer weiblichen Sexualität dargestellt wurde – im Gegensatz zu Mini Maus, die ja stets geschlechtsneutral dargestellt wurde.
Betty Boop ist jedenfalls in nahezu jedem Souvenir Shop entlang der Route 66 zu finden.
Während meines Stops im Cavern Inn, den ich benutze, um mein Handy aufzuladen, komme ich mit Mark ins Gespräch. Er zeigt sich ganz interessiert an meiner Geschichte, hört mir aufmerksam zu und gibt mir auch noch einige Ratschläge mit auf den Weg.
Mark erzählt mir, dass er beruflich als Parkranger gearbeitet hat. Und dann überrascht er mich mit einer großzügigen Geste und schenkt mir eine 20 Dollar Note. Voller Freude nehme ich dieses Geschenk an, sichert es mir doch für einen Tag meine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln.
Außerdem verspricht er mir, auf meiner Webseite vorbeizuschauen. Und in einem dort abgegeben Kommentar hat er noch eine Einladung an mich ausgesprochen, ihn zuhause zu besuchen, wenn ich in seiner Gegend bin. Was für ein großzügiges Geschenk.
Was für eine Gastfreundschaft, die sich hinter diesen Gesten verbirgt. Und wer weiß, vielleicht liegt sein Wohnort ja auf meinem Weg durch Californien.
Überall entlang der Route finde ich Hinweise auf längst vergangene Zeiten. Eine Besonderheit stellt für mich dieses kleine Hualapai Denkmal dar, das an die verlorenen, vermissten und ermordeten Stammesmitglieder erinnert.
Während ich weiterfahre, ändert sich die Landschaft nach und nach. Die Vegetation passt sich langsam dem Wüstenklima an.
Irgendwo entlang der Wegstrecke weist ein kleines beleuchtetes „Open“ im Fenster auf einen Getränkeausschank hin. Eigentlich ist es eine Kfz-Werkstatt, die nicht mehr genutzt wird. Nun dient sie als Kulisse für eine in die Werkstatt integrierte kleine Bar.
Zur Werbeunterstützung rosten draußen Autos des vorigen Jahrhunderts vor sich hin.
Eingebettet in diese Landschaft finde ich vereinzelt Tankstellen, die heute keinen Autofahrer mehr bedienen.
Auch diese Zapfsäulen haben längst ausgedient, erfreuen jedoch manchen Nostalgiker.
Einige Immobilien sehen aus, als wenn an ihnen seit dem vorigen Jahrhundert keine Hand mehr angelegt worden ist.
Die Sticker und Aufkleber an den Wänden jedoch haben in den letzten Jahrzehnten eher zugenommen. Sehr zur Freude der Touristen und des Eigentümers, der darin durchaus eine Wertsteigerung sieht.
In diesem Giftshop zieren Dollarnoten die Wände. Und wer noch einen Geldschein übrig hat, darf ihn gerne mit einer persönlichen Notiz versehen dazu heften. Auch das hat seinen Charme.
Es füllt zwar nicht direkt die Kasse des Eigentümers. Die Werbewirgsamkeit für den Geschenkeladen ist aber unbestritten.
Und so geht es weiter. Alle paar Meilen taucht ein neues Objekt auf, an dem sich ein kurzer Stop lohnt. So wird für mich der ganze Tag zu einer Erlebnistour.
Heute will ich nicht wieder in die Dunkelheit kommen. Um 16.30 fange ich an, nach einem Quartier zu suchen. Mein erster Versuch schlägt fehl. Mein zweiter Versuch ebenfalls. Jedoch verweist man mich auf die nahegelegene Kirche.
Ich klopfe bei der Kirche an. Niemand öffnet. Das komplette Gelände um die Kirche herum ist asphaltiert. Kein guter Platz zum Übernachten. Dazu nur 30 Meter von der Straße entfernt. Ich suche und fahre in eine weitere Nebenstraße.
Dort treffe ich Marybeth und Dave. Nachdem ich mich vorgestellt und ein wenig über mich erzählt habe, laden sie mich in ihr Haus ein. Zu allererst darf ich das Bad benutzen und den Staub und Schweiß der vergangenen Tage von meinem Körper schrubben.
Dann bereitet mir Beth ein leckeres Abendmahl: Sandwiches mit Fleisch, Tomaten, Ketchup, dazu Bohnen, Honigmelonen. Und zum Nachtisch gibt es Kekse, gebacken nach einem 150 Jahre alten Rezept. Diese sind so lecker, dass Marybeth sie verstecken muss. Dave würde sonst 10 Kekse auf einmal verspeisen. Ich kann das verstehen.
Die Sonne ist gerade untergegangen. Beide bitten mich auf die verglaste Terrasse, von wo aus ich einen wunderbaren Blick auf die High Sierra und die den Horizont begrenzende Bergkette habe.
Im Tal davor wachsen Pistazien- und Mandelbäume. Und gestern Nacht, so verrät mir Marybeth, streifte der Puma durch ihren Garten.
Über unser Gespräch ist es dunkel geworden. Und so bietet mir Dave ein Quartier auf der verglasten Terrasse an. Ich freute mich riesig, hat mich die Erwähnung des Pumas doch nachdenklich werden lassen.
Mit seinem Charme und seinem großartigen Humor bereichert Dave den ganzen Abend. Da die Tage sehr heiß und auch die Abende noch übermäßig warm sind, gehen wir alle frühzeitig zu Bett, um dafür morgens früher aufzustehen und die Kühle des Morgens genießen zu können.
Um 20.00 Uhr lösche ich das Licht und versinke schon nach kurzer Zeit in meinen wohlverdienten Schlaf. Es war ein wunderschöner Tag voller Ereignisse, voller kleiner Eroberungen und tollen Begegnungen.
Und wieder weiß ich euch dabei. Ihr begleitet meine Reise.
Ich bin früh auf. Meine Nachbarn waren noch früher auf. Sie sind bereits mit dem Auto abgefahren. Ich begebe mich mit meinem Zweirad wieder auf die legendäre, historische Route 66. Seit Flagstaff bin ich mehr oder weniger ständig auf dieser Straße unterwegs. Die erste Route 66 wurde bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts angelegt.
Von dieser ersten Route 66 ist nicht mehr viel zu sehen. Ohne den Geschichtsunterricht, den mir Herr Hess, ein Anwohner erteilte, hätte ich diesen vergrasten Damm, der parallel zur Historischen Route 66 verläuft, nicht als ursprüngliche Route 66 erkennen können.
Man kann diesen Damm über etliche Kilometer folgen. Allerdings führt in der Regel über privates Land.
Und auch die Historische Route 66 führt an wenigen Stellen über privates Land. Das klärt, warum wenige Minuten nachdem ich meine Fahrt aufgenommen habe, die Asphaltfahrbahn in eine breite Schotterpiste übergeht. Ein Hinweisschild am Straßenrand weist darauf hin, dass man sich auf privatem Grund befindet.
Die erste Meile lässt es sich gut auf diesem Schotterweg fahren. Dann plötzlich ein Wechsel. Aus der festgefahrenen Schotterbahn wird plötzlich für mich eine Rutschbahn. Aus selbst für Anwohnern unerklärlichen Gründen ist auf einem Abschnitt von mehreren 100 m Gleisschotter auf dem Weg ausgeschüttet worden.
Ich schaffe es vielleicht 4 – 5 Meter auf diese groben Schotterpiste. Dann rutscht auch schon das Fahrrad weg und ich stürze zu Boden. Die Folge: Prellungen und Schürfwunden linksseitig an Ellenbogen Hüfte und Knie. Eine Weiterfahrt auf diesem Untergrund ist für mich nicht möglich.
So kehre ich zum Ausgangspunkt der Schotterpiste zurück und weiche über eine Nebenstraße in nördliche Richtung aus.
Ein Anwohner an dieser Straße klärt mich auf. Dieses Schotterstück sei nur wenige 100 m lang und er bietet mir an, mich mit meinem Fahrrad über diese Schlüsselstelle mit dem Auto hinwegzubringen.
Das Angebot nehme ich gerne an. Die nassen Schürfwunden werden im Laufe des Tages in der trockenen, warmen Luft abtrocknen.
Herr Hess bringt mich mit seinem Pickup nicht nur über die Schlüsselstelle, sondern fährt mich etwa zehn Meilen weiter zu einem sicheren Startpunkt. Nachdem ich mich bedankt und verabschiedet habe, lade ich mein Gepäck wieder aufs Rad und setze meine Reise fort.
So kann ich auf der Historischen Route 66 bleiben und muss keine Umwege in Kauf nehmen. In den nächsten Stunden radle ich durch den größten Pinienwald der USA. Je weiter ich nach Westen fahre umso schütterer mit der Wald.
Zwischen die Pinien mischen sich zunehmend Wachholderbäume. Und am Abend geht der Pinienwald endgültig in einen Wacholderwald über. Der Wacholder liebt die Sonne. Im Schatten würde es ihm nicht gut gehen. Und so hat die Natur auch für diesen Waldtyp eine Lösung gefunden: Die Wacholderbäume halten untereinander Abstand, so dass sie sich nicht gegenseitig beschatten.
Das dunkle Grün der Bäume steht im herrlichen Kontrast zum hellen, strohfarbenem Gelb des flächendeckenden, niedrigen Bewuchses.
Das der Herbst Einzug hält, ist auch an den Kürbissen zu erkennen, die viele Hauseingänge schmücken.
Und Windräder sind auch heute noch ein ständiger Begleiter in den Landschaften der USA. In der Regel fördern sie Grundwasser zutage.
Ich hatte schon einmal darüber berichtet, dass es vereinzelt künstliche Bäume in der Landschaft gibt. Jedoch konnte selbst ich das zu Anfang nicht glauben. Mittlerweile ist mir klar, das es davon viele gibt. Eigentlich fallen Sie gar nicht auf. Erst bei genauem Hinschauen entdeckt man im Geäst in den oberen Stockwerken Antennenanlagen.
Von Kunst- und Seidenblumen hatte ich bereits gehört. Mittlerweile gibt es eine ganze Fülle künstlicher Grünpflanzen. So gut hergestellt, dass man schon sehr genau schauen muss, um zu erkennen, ob sie nicht doch echt sind. Aber solche 20 m hohen künstlichen Bäume, das ist mir neu …
Ponderosa Pinienwald links und rechts der Route 66.
Kleine Lock an der Bahnstation in Williams.
Und wer kennt ihn nicht. Den Polarexpress, der von Williams aus Richtung Grand Canyon startet.
Kulisse für Cowboy-Spiele …
Ohne Worte
Vom Winde verwehtes, trockenes Buschwerk.
Es geht hinaus in die High Desert.
Der Wachholderwald.
Und hier sieht man noch Erinnerungen an die glorreichen Zeiten der Route 66.
Vieles ist schon verschwunden. Aber man findet immer noch Kleinode, die liebevoll gepflegt werden und auch heute noch vom Charme dieser vergangenen Zeiten berichten.
Oftmals kräftig in den Farben. Und überwiegend phantasievoll und witzig. Ganz im Stil des vergangenen Jahrhunderts.
Und einige Shops bieten noch heute wie vor 80 Jahren das gleiche Eis an. Die meisten haben sich den neuen Zeiten angepasst, und retten sich wirtschaftlich mit dem Verkauf von Souvenierartikeln in die heutige Zeit.
Besonders Liebhaber alter Autos werden diese Route genießen. Aber auch alle, die diese legendäre Strecke einmal abfahren möchten, werden voll auf ihre Kosten kommen.
Es ist ein Stück liebevoll gepfleger Geschichte. Nicht nur für Amerikaner.
Für mich endet dieser Tag mit einem wunderschönen Sonnenuntergang. Und vielleicht begleitet mich Herr Hess, dem ich heute so viel zu verdanken habe, noch eine Weile. Es würde mich sehr, sehr freuen.